Ok, ich gebe es zu: Das Jahr könnte „heller“ und positiver beginnen. Aber mit Blick auf die allgemeine Weltlage ist mir das Lachen schon vor einiger Zeit vergangen. Was bleibt also: Fotografie! Hmmm…und dann kommen solche Bilder raus! Da kann ich jetzt aber auch nicht weiterhelfen – nehmt es einfach wie es ist und es wird ja sicher auch wieder bunter – bald! Versprochen!
Aber was seht ihr da eigentlich abgebildet? Es ist die Kirche im Freiburger Stadtteil Rieselfeld. Architektonisch wird das Bauwerk dem Brutalismus zugeordnet. Mehr Infos zum Bau finden sich hier.
Ich habe bei der Ausarbeitung der Bilder bewusst alle Regler ins „Extreme“ gezogen und damit eine recht harte Abbildung geschaffen. Aus meiner Sicht ist diese Darstellung grenzwertig, aber für mich stimmig zum Bauwerk.
2025: Ein Jahr, das irgendwie zwischen „noch nicht ganz angekommen“ und „schon wieder vorbei“ oszilliert. Zeit also, kurz innezuhalten und Revue passieren zu lassen, was fotografisch (und menschlich) so gelaufen ist. Schnallt euch an, es wird eine Mischung aus Technik-Geständnissen, Reise-Impressionen und der gelegentlichen existenziellen Krise vorm Leuchtpult. Lasst uns also den Knoten gemeinsam lösen 🙂
Die technische Seite: Von Glas und Software
Fangen wir mit dem Equipment an; denn ja, ich bin immer noch tief im Leica-Kosmos versunken. Die M11-P ist nach wie vor mein treuer Begleiter, auch wenn sie mich dieses Jahr gelegentlich zur Verzweiflung getrieben hat. Firmware 2.5.1, ein Kapitel, das ich am liebsten komplett aus meinem Gedächtnis streichen würde. Abstürze, überbelichtete Bilder, eingefrorene Displays… Bei einer Kamera in dieser Preisklasse erwartet man Zuverlässigkeit, keine Beta-Test-Erfahrung. Die neue Firmware 2.6.0 hat zumindest vieles stabilisiert, und ich bin dankbar, dass Leica hier nachgebessert hat. Trotzdem bleibt ein bitterer Beigeschmack: Software-Qualität sollte bei diesem Preisniveau eine Selbstverständlichkeit sein, kein nachträgliches Flickwerk.
Objektiv-seitig ist alles beim Alten geblieben: Das APO-Summicron 35 mm ist und bleibt meine erste Wahl. Dieses Objektiv zeichnet so, dass man sich jedes Mal neu verliebt: Mikrokontrast, Schärfe, und dieses Bokeh… das ist keine Fotografie mehr, das ist Poesie in Glas. Das Super-Elmar 21 mm kam dieses Jahr häufiger zum Einsatz, vor allem in der Architektur- und Landschaftsfotografie. Das Summilux 50 mm bleibt meine Geheimwaffe für Porträts und emotionale Momente, wobei es 2025 deutlich weniger Einsatzzeit hatte als das 35er.
Interessant war auch meine Auseinandersetzung mit KI in der Bildbearbeitung. Die „Objektivunschärfe“-Funktion in Lightroom? Praktisch, ja, aber sie kann die Charakteristik echter Optiken einfach nicht ersetzen. In komplexen Szenen entstehen Artefakte, die sofort auffallen. Und ehrlich gesagt: Ich will gar nicht, dass KI die Eigenheiten meiner Objektive ausbügelt. Ein Summilux soll sich wie ein Summilux anfühlen, nicht wie ein generisches Weichzeichner-Tool.
Zwischengedanken: Tourismus und seine Schattenseiten
So schön diese Reise war: sie hat mir auch die Augen geöffnet. Moneglia, Antibes, Cassis – überall dieselbe Geschichte: Zu viele Menschen, zur selben Zeit, mit denselben Erwartungen. Social Media, Reiseführer, Influencer – sie alle führen uns an dieselben Orte. Und plötzlich wird aus dem intimen Erlebnis eine Massenveranstaltung. Ich habe mich dabei ertappt zu denken: Warum bin ich überhaupt hier? Was suche ich? Und finde ich es wirklich in diesen überlaufenen Gassen?
Der Sommer 2024 am Atlantik: weite Strände, kaum Menschen, nur Wind und Wellen, erscheint mir rückblickend als authentischer, ehrlicher. Vielleicht weniger spektakulär, aber tiefer. Das ist eine Erkenntnis, die mich ins neue Jahr begleitet: Wie will ich reisen? Will ich die bekannten Hotspots abklappern oder bin ich bereit, Umwege zu machen, Stille auszuhalten, mich auf Unbekanntes einzulassen?
Vitra Campus: Architektur als Inspiration
Mehrfach war ich 2025 auf dem Vitra Campus, einem Ort, der mich immer wieder fasziniert. Zaha Hadids Feuerwehrhaus, die Rutsche, die geometrischen Strukturen… Das ist Architektur, die polarisiert. Schön oder hässlich? Beides. Oder keins von beidem. Aber auf jeden Fall inspirierend.
Die reduzierten, abstrakten Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die dort entstanden sind, gehören zu meinen persönlichen Favoriten dieses Jahr. Manchmal braucht es keine große Reise, manchmal reicht ein Nachmittag vor der Haustür.
Persönliches: Zwischen Alltag und Augenblicken
Neben all der Technik und den Reisen gab es auch die stillen, privaten Momente: Meine Tochter beim Backen, einmal voll konzentriert, dann gelangweilt wartend, während die Kekse für unseren Nachbaresel im Ofen brutzeln. Diese Alltagsszenen sind es, die am Ende oft am meisten zählen. Das Summilux 50 mm hat diese Momente festgehalten, nicht immer perfekt scharf, aber immer ehrlich.
Auch der Bodensee war dieses Jahr ein wiederkehrendes Thema – Ruhe, Wasser, Licht. Ein Ort, an dem ich durchatmen kann. Mein Rücken macht mir zwar gelegentlich einen Strich durch die Rechnung, aber solange die Kamera noch in der Hand liegt, ist alles gut.
Was bleibt?
2025 war ein Jahr voller Widersprüche: Technische Frustrationen und optische Meisterwerke. Überfüllte Touristenorte und einsame Buchten. Spontane Alltagsmomente und durchgeplante Roadtrips. KI-Werkzeuge, die beeindrucken – und dann doch an ihre Grenzen stoßen.
Was ich mitgenommen habe? Die Erkenntnis, dass gute Fotografie nicht nur von der Ausrüstung abhängt (auch wenn sie verdammt hilft), sondern von der Bereitschaft, hinzuschauen, innezuhalten, und sich nicht nur von den bekannten Motiven treiben zu lassen. Und vielleicht auch die Einsicht, dass Reisen nicht immer spektakulär sein muss, manchmal sind es die leisen Orte, die am lautesten nachklingen.
2026, ich bin bereit. Mit einer hoffentlich stabilen Firmware, einem gepackten Rucksack und der Frage im Gepäck: Wo führt mich die Reise hin – geografisch und fotografisch?
Bis dahin: Bleibt neugierig, bleibt kritisch, und vergesst nicht, ab und zu den Finger vom Auslöser zu nehmen und einfach nur zu schauen.
Euer Alex
Und hier die Liste und die Links zu den alten Jahresrückblicken:
München hat mir neulich zwei völlig unterschiedliche Kunst-Erlebnisse vor die Füße geworfen – und ich bin mir bis heute nicht sicher, ob ich Zeuge eines kreativen Zufalls, eines tiefgründigen Moments oder einfach nur von Blödelei geworden bin. Jedenfalls sind dabei zwei Bilder entstanden, die ungefähr so viel gemeinsam haben wie Weißwurst und Techno.
Bild 1: Aufgenommen in der Ausstellung „Digital by Nature“. Klingt nach Kunst, Avantgarde, progressivem Denken… oder einfach nach „Ich habe keine Ahnung, was es bedeutet, aber es sieht teuer aus.“ Ich stand davor und habe mich tiefgründig gefühlt. Mindestens drei Minuten lang. Danach habe ich so getan, als würde ich es verstehen. (Hat gut funktioniert, niemand hat gefragt.)
Bild 2: Entstanden… äh… im Hotelzimmer. Ganz ehrlich? Das ist kein Kunstwerk – das ist eine Situation. Eine Stimmung. Ein „Ich hab da mal was probiert“. Vielleicht ein mutiger Akt spontaner Kreativität. Vielleicht aber auch einfach die Folge von zu wenig Schlaf und zu viel Münchner Luft.
Lasst mich nicht allein mit meinen künstlerischen Identitätskrisen. Meinungen?
OK, I am late to the party! Am 23. Oktober hat Leica die M EV1 vorgestellt. Gerüchte über eine M-Kamera ohne Messsucher gab es bereits seit einigen Monaten – jetzt ist es wahr geworden: Wir haben nun eine M ohne Messsucher! Moment!!! Naja… ganz so ist es nicht. Der Sucher ist noch da, wird jetzt aber durch ein elektronisches Teil bespielt. Konkret bedeutet das, dass der Blick durch das Objektiv geht – und nicht mehr durch den leicht versetzten optisch-mechanischen Messsucher.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Man sieht exakt den Bildausschnitt, der später auch auf dem Sensor landet – inklusive Komposition, Belichtung und Farbstimmung. Der Nachteil: Man sieht exakt den Bildausschnitt, der auf dem Sensor landet! Widerspruch? Keineswegs. Wer schon länger mit einer M arbeitet, weiß, was gemeint ist – die neue Direktheit ist Fluch und Segen zugleich.
Ich hatte die Gelegenheit, die neue Leica M EV1 für rund 30 Minuten in freier Wildbahn in München zu testen. Als Objektiv kam ein aktuelles Summilux 35 mm zum Einsatz – für mich ein vertrautes Setup, um die Kamera realistisch einschätzen zu können.
Was mir sofort aufgefallen ist: Alles fühlt sich sehr vertraut an – fast identisch zu meiner M11-P. Auch der Lack der Kamera scheint derselbe zu sein wie bei der M11-P und nicht wie bei der normalen M11. Das verleiht der Kamera eine angenehm samtige Haptik und liegt wunderbar in der Hand. Die Bedienung ist ebenfalls vertraut, sämtliche Tasten und Menüs sind dort, wo man sie erwartet. Man steigt ein und fährt los – wie mit einem bekannten Auto, das man seit Jahren fährt.
Sucher und Handling
Der elektronische Sucher der EV1 ist hervorragend – identisch mit dem der Leica Q3. Er liefert ein sehr klares, kontrastreiches Bild und macht insgesamt einen hochwertigen Eindruck. Leica hat außerdem angekündigt, dass die Kamera etwas leichter sein soll. Im direkten Handling fiel mir das allerdings kaum auf. Ich vermute, der Gewichtsunterschied wird erst spürbar, wenn man beide Modelle parallel in der Hand hält.
Fokussieren mit dem elektronischen Sucher
Das manuelle Scharfstellen durch den Sucher funktioniert bei gutem Licht problemlos und sehr präzise. Bei schwachem Licht zeigt sich jedoch kein Vorteil gegenüber dem klassischen Messsucher. Das Fokus-Peaking war in meinem Test zudem recht unzuverlässig: Es reagierte nur bei klaren Kanten oder markanten Flächen wirklich gut. Beim Versuch, die Augen meiner Tochter aus etwa zwei Metern Entfernung scharfzustellen, zeigte das Peaking seine Grenzen – das Ergebnis war oft daneben. Insgesamt scheint das Feature stark von der Lichtsituation abhängig zu sein; erst bei ausreichend Licht liefert es konsistente Ergebnisse.
Totzeit und Bewegungsmotive
Ein weiterer Punkt, der mir aufgefallen ist: Nach dem Auslösen hat der elektronische Sucher eine minimale Totzeit von wenigen Millisekunden. Eigentlich kein großes Problem – aber in der Praxis führt es dazu, dass das Sucherbild bei einer Kamerabewegung sprunghaft weiterläuft. Gerade beim Versuch, bewegte Motive wie einen Radfahrer zu fotografieren, empfand ich das als sehr irritierend. Der Sucher „springt“ kurz, was das Nachführen erschwert und das Gefühl des flüssigen Arbeitens unterbricht.
Fazit
Die Leica M EV1 ist für mich der richtige Schritt, um die klassische M-Reihe für ein neues Publikum zu öffnen. Die Kamera bringt moderne Technik in das ikonische M-System – ohne dessen DNA völlig aufzugeben. Für aktuelle M11-Besitzer sehe ich allerdings keinen zwingenden Grund zum Umstieg. Eher dürfte die EV1 als Zweitkamera interessant sein – beispielsweise, wenn man Lust auf einen hybriden Workflow mit elektronischem Sucher hat.
Der EV-Sucher selbst ist aus meiner Sicht noch nicht am Optimum:
Das Fokus-Peaking arbeitet zu ungenau.
Die Totzeit stört bei Bewegung.
Die Fokussierung ist insgesamt noch nicht auf dem Niveau, das man von einer Leica M erwartet.
Einige dieser Punkte lassen sich sicher per Software verbessern – andere werden wohl erst mit einer EV3 oder EV4 wirklich ausgereift sein. Wenn ich heute mit dem Messsucher gar nicht mehr zurechtkäme, würde ich persönlich eher zur Kombi aus Q3 und Q3 43 greifen. Die M EV1 ist ein spannender Anfang – aber für mich noch nicht ganz Leica-typisch rund.
Die Leica M11-P ist eine Kamera, die man schnell ins Herz schließt: das haptische Erlebnis beim Betätigen des Auslösers, die präzise Mechanik, die Ruhe der Bedienung — und über allem die Bildqualität, die einfach beeindruckend ist. Die Bilder besitzen eine Tiefe und Plastizität, die einen immer wieder staunen lässt (vor allem in Kombination mit dem APO35). Rein mechanisch und optisch ist es eine Kamera, bei der alles Freude macht. Und genau deshalb schmerzt es umso mehr, wenn wiederholt die Software der Erfahrung im Weg steht. Kurz vor der Reise habe ich die M11-P auf Firmware 2.5.1 geupdatet (was für ein Fehler!). Nach ungefähr zehn Tagen traten mehrere Probleme auf: Die Kamera stürzte mehrfach ab und reagierte nicht mehr — einmal blieb sie komplett eingefroren und ließ sich nur durch Entfernen des Akkus wiederbeleben; es gab mehrmals überbelichtete Bilder, die nur durch ein erneutes Auslösen korrekt belichtet wurden (erstes Bild überbelichtet, zweiter Versuch korrekt). Das sind Verhaltensweisen, die man bei einer Kamera in dieser Preisklasse schlicht nicht erwartet. Für mich ist das kein kosmetisches Problem — es trifft direkt die Zuverlässigkeit und die Vertrauenswürdigkeit des Werkzeugs.
Bei einer Kamera wie der M11-P erwartest du, dass die Software unsichtbar und verlässlich im Hintergrund läuft — nicht, dass sie dich mitten auf einer Reise zwingt, die Kamera neu zu starten, oder dass einzelne Belichtungen unbrauchbar werden. Technische Exzellenz in Optik und Mechanik wird durch wiederkehrende Softwareprobleme merklich relativiert.
Vielleicht klingt das alles zu hart, aber der Frust war leider nicht gering.
Am 24. Oktober 2025 – also lange nach unserer Reise – kam nun Firmware 2.6.0 heraus. Ich bin inzwischen in der glücklichen Lage Beta-Tester für M-Firmware sein zu dürfen und konnte so bereits die Beta, die RC1 und RC2 testen. Neben einigen Funktionen hat Leica massiv an der Stabilität gearbeitet. Bisher läuft das Dinge anstandslos! Zudem sind ein paar Funktionen hinzugekommen (u.a. komplette Individualisierung des Weißabgleich). Ich habe dieses mal nach Aufspielen der Firmware die Kamera komplett zurückgesetzt – laut einiger Berichte sollte dies der Stabilität zuträglich sein.
Ich hoffe sehr, dass Leica das Thema Stabilität als Priorität behandelt — dann bleibt von der M-Erfahrung am Ende nur das, was sie sein soll: pure Freude am Fotografieren. Ich werde bei meiner nächsten Reise von weiteren (hoffentlich positiven) Erfahrungen berichten…
Der Sommer liegt hinter mir, und mit ihm eine Reise, die mich von Ligurien bis nach La Grande-Motte geführt hat. Es war eine Fahrt durch Landschaften, die schöner kaum sein könnten: schroffe Küsten, silbrig schimmernde Olivenhaine, glitzerndes Meer, das in der Nachmittagssonne fast unwirklich leuchtet. Das Wetter war ein Traum, das Essen wie immer in dieser Region ein Fest – frisch, einfach, ehrlich. Es war ein Sommer, der alle Sinne angesprochen hat. Und doch blieb etwas hängen, das sich nicht so leicht in Fotos oder Erinnerungen fassen lässt.
Denn so wunderschön all das war – so bedrückend war stellenweise auch die Dichte an Menschen. Moneglia, Antibes, Cassis – Orte, die an sich klein, verwinkelt und charmant sind, wurden im Hochsommer zu Bühnen für das allgegenwärtige Schauspiel des Tourismus. Menschen schieben sich durch enge Gassen, alle auf der Suche nach dem perfekten Blick, dem besten Tisch, dem besonderen Moment. Ich selbst mittendrin. Und plötzlich stellt sich die Frage:
Warum eigentlich? Warum zieht es uns alle an dieselben Orte, zu denselben Zeiten, mit denselben Erwartungen?
Vielleicht, weil wir glauben, dass Schönheit sich dort verdichtet, wo viele sie suchen. Vielleicht, weil wir uns dort, wo andere staunen, selbst gespiegelt fühlen. Oder weil wir längst einem unsichtbaren Kompass folgen – den sozialen Medien, den Reiseführern, den Bildern, die uns sagen, wo das Glück zu finden ist.
Ich musste an den Sommer 2024 denken, den ich an der Atlantikküste und in den Pyrenäen verbracht habe (ja, die letzte Station war auch am Mittelmeer). Weite Strände, kaum Menschen, nur Wind, Meer und der Geruch von Salz und Tang. Vielleicht war es weniger spektakulär, aber auf eine tiefere Weise erfüllender.
Reisen war für mich immer eine Form des Suchens – nach Eindrücken, nach Perspektiven, vielleicht auch nach mir selbst. Doch je mehr ich reise, desto deutlicher spüre ich, dass die Schönheit der Welt an manchen Orten zu ersticken droht – unter unseren eigenen Fußspuren, unter dem Gewicht unserer Sehnsüchte.
La Grande-Motte am Ende der Reise war da fast symbolisch: eine Stadt, geplant und gebaut für den Tourismus, architektonisch spannend, aber auch künstlich – eine Kulisse für das, was wir suchen, aber selten finden.
Vielleicht ist das die eigentliche Erkenntnis dieser Reise: dass wir uns fragen müssen, wie wir reisen wollen. Ob wir noch bereit sind, Umwege zu machen, Stille auszuhalten, Orte zu suchen, die uns nichts versprechen – und uns gerade deshalb etwas geben.
Und trotz dieser kritischen Gedenkan habe ich mit Antibes eine Stadt gefunden, die ich einfach liebe und ja, ich möchte dort wieder hin – ein Widerspruch?! Wir werden sehen…
Wie angekündigt, bildet den Abschluss der Serie ein kleiner Rundgang durch La Grande-Motte – eine Retortenstadt mit durchaus beeindruckender Architektur. Ziel bei ihrer Entstehung war es, Touristen von Spanien nach Frankreich zu locken. Errichtet wurde die Stadt in den 1960er-Jahren, seit 1974 ist sie eine eigenständige Gemeinde. Ganz klar: Wohnen möchte ich dort nicht! Dennoch ist es durchaus interessant, sich die Gebäude und das städtebauliche Konzept etwas genauer anzusehen.
Alle Bilder wurden mit dem APO 35er aufgenommen. Natürlich stellt sich die Frage, warum ich nicht zum 21er gegriffen habe. Ich habe lange mit der Wahl gerungen und auch einige Testaufnahmen mit dem 21er gemacht. Am Ende wollte ich jedoch weniger Verzeichnung und habe dafür in Kauf genommen, einige Gebäude beschneiden zu müssen. Im Nachhinein würde ich die kleine Tour vielleicht zweimal machen, um beide Objektive einsetzen zu können.
Dieser Teil bildet zugleich den Abschluss dieser (umfangreichen) Serie. Nächste Woche folgt ein kleiner Rückblick sowie eine kritische Betrachtung der M11-P. Freut euch darauf…